Vergessene Frau Vergessenes Kind Drecksmutter Die Hölle von Bossenborn Nachts wenn die Lämmer schreien Mein fremdes kind Classic Star u.v.m

Mit Franzy erkämpfte ich mir den Durchbruch. Dass sie in mein Leben purzelte, sollte wohl so sein. Wir sind mittlerweile so etwas wie Schwestern geworden und die Bücher Vergessenes Kind & Vergessene Frau brachten uns beiden tausende von Euros ein. Geld, das ein Autor mit einem Verlag im Rücken erst einmal verdienen muss ...


Die ersten Bücher verkauften wir 5000 mal in nur drei Wochen zum Preis von Null Euro! Bei BOD downloadeten wir das Buch und stellten es zum Nulltarif ein. Der Verlag kündigte nach einer Buchprüfung den Vertrag mit uns. Solch ein schwerwiegendes, pornografisches Manuskript wolle er in seinem Haus nicht veröffentlichen! Für Franzy brach eine Welt zusammen. Sie wollte mit ihrer Geschichte unbedingt nach draußen, sich all den Kummer von der Seele schreiben. Bei Amazon starteten wir einen neuen Versuch und das Buch landete für mehr als 8 Monate lang auf dem Nummer Eins Ranking in Frauenbiografien!

 

Mittlerweile lachen wir beide über schlechte Rezensionen. Mehr als 80.000 verkaufte Bücher sprechen für sich! Als ich anfing mit der Schreiberei, konnte ich mir noch kein Lektorat leisten, welches je nachdem, wie es aufgezogen ist, mehrere hundert Euro kostet. Heute ist das dank Euch, unserer (meiner) Leser, kein Problem mehr!

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Es hört erst auf wehzutun, wenn der schmerz dich etwas gelehrt hat

Meine Tiere sind meine wichtigste Lebensaufgabe!

Tiere waren mir immer die besseren Freunde!

Sie sind meine Familie, allein deshalb, weil ich nie wirklich in einer liebevollen aufwachsen durfte...

Für meine Familie gehe ich durchs Feuer.

 

Solange ich lebe!

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Weine nicht, kleine Schwester

    „Hurensohn! Los, verschwinde! Du hast meine kleine Schwester nicht so blöde anzustarren.“ Ronja vergriff sich gerne mal im Ton. Mit Fäkal- und Kraftausdrücken warf sie nur so um sich. Oftmals so schlimm, dass manch Erwachsener nicht selten aus Scham vor ihren ordinären Sprüchen kopfschüttelnd in Deckung ging. Aber auch die Kinder aus unserem Dorf fürchteten sich vor dem rothaarigen, sommersprossigen Mädchen mit der großen Klappe am Hals und der lockeren rechten Faust, die es zur Tarnung stets in der Hosentasche trug, mit der aber immer mal wieder kräftig zuschlug, wenn es Gewalt für angemessen hielt. Ronja war ein krawalliges Mädchen und ich erinnere mich nicht gern an meine Kinderzeit zurück, denn auch ich hatte Angst vor meiner gewalttätigen Schwester. Ihre Wutausbrüche konnte niemand im Zaume halten und selbst wenn Mutter sie zur Räson zu bringen versuchte, scheiterte diese kläglich.
    „Halte doch deine dumme Fresse und stell dich hinter den Herd. Geh dorthin, wo du hingehörst und niemandem auf den Zeiger gehst, du blöde Kuh“, brüllte sie, sobald Mutter uns ermahnte, an die Hausaufgaben zu denken. Oftmals hörte ich Mamas verzweifeltes Schluchzen hinter der verschlossenen Schlafzimmertür, wenn sie und Ronja wieder einmal gestritten hatten. Mama tat mir leid und ich mochte es nicht, wenn sie in meiner Gegenwart weinte. Als sie erkannte, wie sehr ich unter ihren Tränenausbrüchen litt, weinte sie nur noch heimlich hinter verschlossenen Türen. Da half auch kein Klopf mehr oder mein leises Rufen: „Mama, öffne doch bitte die Tür!“
Nein, die Zeiten, in denen sie mich auf ihren Schoß zog und sanft über mein Haar streichelte, mir ein leises Lied vorsummte und währenddessen schluchzte: „Ich bin froh, dass du nicht so geworden bist wie deine Schwester“, waren vorbei, als ich zwölf Jahre alt wurde. Ronja war ein Jahr älter als ich und wir beide waren eigentlich gar nicht geplant, wie Mama leider irgendwann einmal zugeben musste. Wir waren keine Wunschkinder und vielleicht ist genau dies einer der Gründe, warum die Geschichte schlussendlich so endete, wie sie endet und begann, wie sie beginnt.
    „Du bist ja immer noch nicht verschwunden! Na warte, dir werde ich helfen!“ Ronja drohte dem Tobias, dem Sohn unserer Nachbarn mit dem Vorschlaghammer unseres Vaters, den sie in der Garage gefunden hatte. Sobald Ronja wütend wurde, verfügte sie über unglaubliche Kräfte. Den Vorschlaghammer nahm sie in beide Hände, drehte sich gezielt mit ihm um die eigene Achse und schleuderte ihn gekonnt über die Gartenhecke. Das schwere Werkzeug flog mit rasanter Geschwindigkeit in Richtung Tobias, der, als er begriff, wie ernst die Situation war, mich beim Sonnenbaden im Badeanzug anzustarren, ohne meine Schwester um Erlaubnis gebeten zu haben, Reißaus nahm. Dieses Mal hatte er Glück gehabt. Der Hammer verfehlte ihn nur knapp. „Beim nächsten Mal töte ich dich, du elendiger Spanner!“, schrie Ronja ihm nach.
Doch wenn man jetzt meinen würde, Ronja wolle mich, die kleine Schwester vor allem Übel dieser Welt beschützen, so liegt man falsch. „Was rennst du auch im Badeanzug hier draußen rum und machst sämtliche Möchtegernficker gallig auf deinen kleinen Busen? Los, ich rede mit dir! Was soll das? Schämst du dich gar nicht? Geh ins Haus, spiel mit deinen Puppen, anstatt hier draußen deine Oberweite in die Sonne zu legen und sie jedem zu präsentieren.“ Ronja verspottete und verhöhnte mich, wo sie nur konnte. Wir alle litten unter ihren Gebärden und niemandem gelang es, den Spieß umzudrehen und Ronja eine Lektion zu erteilen. Die meisten unserer Freunde, Mitschüler und Nachbarskinder flüchteten, sobald meine Schwester des Weges kam. Freunde hatte Ronja einige an ihrer Seite, aber heute denke ich, es waren die falschen. Es waren zumeist immer die, die zu ihr aufschauten, sie anhimmelten und sich von ihr zu allen möglichen Schandtaten anstiften ließen. Freunde, die sich im tiefsten Inneren vor dem brutalen Mädchen und ihren Ausrastern fürchteten, sich aus Angst sogar in die Hosen pissten und so etwas wie die gute Miene zum bösen Spiel auflegten. Für mich waren es erbärmliche Feiglinge, doch auch ich kriegte die Zähne nicht auseinander, wenn Ronja mich entweder verprügelte oder aber demütigte und schikanierte.
    Rückblickend muss ich sagen, ich erinnere mich nur noch schwach an meine frühesten Kindheitserlebnisse. Ob es einmal die heile Familienwelt gegeben hat, das kann ich nicht sagen. Nach außen hin waren unsere Eltern ganz bestimmt angesehene Leute, denn sie arbeiteten hart für das, was sie bereits als junge Menschen auf die Beine gestellt hatten. Dazu gehörte eben das schmucke Einfamilienhaus mit großzügigem Garten, zwei schicke Autos und ein nach außen hin, ordentliches Auftreten. Ich weiß jedenfalls, dass Mama niemals ungeschminkt oder in Jogginghosen die Straße betreten hätte. Sie war stets adrett gekleidet und legte großen Wert auf ihr Äußeres. So hielt sie auch uns Kinder an, saubere Kleidung zu tragen, sobald wir das Haus verließen. Sogar wenn sie den Garten umgrub und den Rasen mähte, trug sie Bluejeans, modische Sportschuhe und hübsche Pullover. Sie ließ sich nicht gehen und zum Gespött der Nachbarn machen, wie die Mutter vom Tobias, die mit Kittelschürze und Kopftuch den Teppich ausklopfte. Schmutzige Geschichten gab es in unserer Familie zunächst keine, bis auf jene, dass meine ältere Schwester zu einem kriminellen Mädchen heranwuchs.